Dienstag, 22. Mai 2012

20 Sekunden



Sonntag, ca 4 Uhr morgens in Norditalien
Plötzlich veränderte sich mein Traum und das Auto wurde zu einer Achterbahn. Ich wurde durchgeschüttelt während sie die Steigung hinunter raste. Immer schneller, doch bevor ich unten ankam wachte ich auf. Verschlafen öffnete ich die Augen und sah die Holzdecke über mir. Das Zimmer sah genauso aus, wie als ich eingeschlafen war, aber trotzdem musste ich noch träumen, denn das wackeln hatte nicht aufgehört. Jetzt fiel mir auch das Grollen auf. Es klang, wie ein bedrohlicher Donner. Ich war verwirrt. Mittlerweile wackelte alles um mich herum und es war als würde der Boden sich in aufschäumendes Meer verwandeln. Ich bekam Angst, als mir entgültig klar wurde, dass dies kein Traum war, sondern ein reales Erdbeben. Nichts war mehr sicher oder stabil. Alles bebte von der unglaublichen Kraft geschüttelt, gegen die Menschen machtlos waren. Wie machtlos wir wirklich gegen die Natur waren wurde mir erst in diesem Moment klar. Ich kam mir schwach vor wie noch nie. Alles war unbedeutend und klein.
20 Sekunden, dann herrschte wieder Stille um mich, doch nur wenige Kilometer entfernt hatte diese kurze Zeit gereicht um ein Chaos anzurichten. Menschen weinten auf den Straßen. Machtlos.

1 Kommentar:

xLangstrumpf hat gesagt…

das zweite Bild find' ich wunderschön! :-)